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l’art pour l‘art - L'ART POUR L'ART

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ENSEMBLE
gegenwärtige Musik
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Der ästhetische Begriff „l’art pour l’art“ im Frankreich des 19. Jahrhunderts steht für einen Emanzipationsversuch der Kunst. Ihre Vertreter, vor allem Literaten, forderten die Unabhängigkeit der Kunst, frei von Gebrauchswert, Verkitschung und politischer Instrumentalisierung. Kunst sollte der Ort sein, an dem sich künstlerische Gedanken frei ausdrücken können, ohne an einen Nutzen außerhalb der Kunst zu denken. Eine Klarheit, die ihre ganze Schönheit in dieser Konzentration entfaltet. Die „l‘art pour l’art“-Künstler vertraten ihre Position vehement und herausfordernd, sie lenkten damit eine Aufmerksamkeit auf die Rolle von Kunst, wie sie zuvor noch nie gesehen worden war. Die Kunstwelt fühlte sich durchaus angegriffen – dies und die Selbstinszenierung der Bohemiens in der Folge führten dazu, dass der Begriff „l‘art pour l’art“ bis heute kritisch betrachtet wird.

Als Ensemble L’ART POUR L’ART reizt uns die emanzipatorische Kraft. Das Widerständige, Eigensinnige, für das ständig neu gefunden werden muss, was es in einem zeitgeschichtlichen Zusammenhang bedeutet. Wir sind angezogen von dem schillernden Widerspruch; denn es gibt sie nicht, diese Reinheit des künstlerischen Gedankens. Jede Antithese befindet sich in Korrelation der Verhältnisse. Diese Spannung sichtbar zu machen ist unsere Deutung von L’ART POUR L’ART. Bis heute suchen wir in der Kuration unserer Programme jährlich nach gesellschaftlichen Bezügen der Kunst einerseits und zum anderen nach einer innermusikalischen Schönheit, deren Aufrichtigkeit herausfordernd imaginierende Energien freisetzen kann. L’ART POUR L’ART bedeutet für uns Humanismus via Kunst und damit Sozialität. Es bedeutet künstlerisches Denken weitab von vorgestanzten Mustern. Ein In-der-Welt-Sein und zugleich einen Schritt zurückzutreten, um der Gegenwart zuhören, sie beobachten zu können. In dieser Deutung ist der Name L’ART POUR L’ART von Anfang an hochaktuell und gewinnt in der jetzigen Zeit geradezu an Bedeutung. Die Haltung in dieser Arbeit ist auf subtile Art eine politische; sie verbindet Neugierde mit Bewegung und Veränderung.
The aesthetic concept of ‘l'art pour l'art’ in 19th-century France represented an attempt to emancipate art. Its proponents, primarily writers, demanded independence for art, free from practical value, kitsch and political exploitation. Art should be a place where artistic ideas can be freely expressed without consideration for any use outside of art itself. A clarity that unfolds its full beauty in this concentration. The ‘l'art pour l'art’ artists represented their position vehemently and provocatively, drawing attention to the role of art in a way that had never been seen before. The art world felt thoroughly attacked – this, and the subsequent self-promotion of the bohemians, led to the term ‘l'art pour l'art’ being viewed critically to this day.

As the ensemble L’ART POUR L’ART, we are fascinated by the power of emancipation. The rebellious, the obstinate, for which we must constantly rediscover what it means in a contemporary historical context. We are drawn to the dazzling contradiction, for there is no such thing as purity in artistic thought. Every antithesis is correlated with circumstances. Making this tension visible is our interpretation of L’ART POUR L’ART. To this day, in curating our annual programmes, we seek social references in art on the one hand and, on the other, an inner musical beauty whose sincerity can release challenging imaginative energies. For us, L’ART POUR L’ART means humanism through art and thus sociality. It means artistic thinking far removed from preconceived patterns. It means being in the world and at the same time taking a step back in order to listen to the present and observe it. In this interpretation, the name L'ART POUR L'ART has been highly topical from the outset and is becoming even more significant in the present day. The attitude in this work is subtly political; it combines curiosity with movement and change.
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